ANGSTZUSTÄNDE UND KONSTANTE UNRUHE: LEBEN WIE IN DER HÖLLE. Ein Artikel von Sergio Sanz, Verwalter der Ayahuasca International®

DIESER ARTIKEL ZEIGT AUSWEGE AUF, SICH AUS DER UNRUHE ZU BEFREIEN, DIE VIELEN MENSCHEN  IHREN ALLTAG ERSCHWERT.

Angstzustände machen uns unfähig, wir selbst zu sein und gefährden so unseren inneren Frieden.

ANGST entspringt unserer psycho-physischen und emotionalen Dimension und unserem kläglichen Versuch, jegliches Scheitern zu vermeiden, welches sich der Geist ausgemalt hat. Es ist wie ein Kampf mit einer aus schmerzlichen Erfahrungen gestrickten Vorstellung von einer Zukunft, die nicht existiert.

Man ist grundlos besorgt und glaubt, dass einem ein Leiden bevorstehen könne.

Ein Zustand der Alarmbereitschaft, als warte man im dunklen Nebel auf die feindliche Flotte, stets bereit, gegen die Gefahr anzukämpfen. Man kann schließlich jederzeit angegriffen werden.

Aus biologischer Sicht sind Angstzustände in der Tat wie ein Anpassungsmechanismus des Körpers, um ihn auf eine Flucht oder einen Angriff physisch vorzubereiten. In Zuständen wie Lebensgefahr ist es eine körperliche Reaktion auf eine konkrete Situation, die als nicht mehr objektiv wahrgenommen, sondern subjektiv als gefährlich bewertet wird, wodurch viele harmlose Umstände als bedrohlich eingestuft werden. In den meisten Fällen ist es unsere Identität, die wir jeden Tag aufs Neue bestreiten, erhalten und erneuern, um sie vor möglichen Angriffen oder innerem Scheitern verteidigen zu können. Das sogenannte innere Scheitern wird oft von einem Gefühl von Schuld begleitet.

Es gibt zum einen die rationale Angst. Sie ist punktuell und instinktiv. Zum anderen gibt es die irrationale Angst oder Metastase der eigentlich natürlichen Reaktion, die sich zu einem Geschwür unserer Ansichten wie eine Krankheit in unserem Geist ausgebreitet hat und Gefahren vorgaukelt, die nicht existieren. Die irrationale Angst manifestiert sich auf verschiedene Weisen, was zum Auftreten verschiedenster Symptome führt. Konkret werden folgende Krankheitsbilder angesprochen:

-Phobien: Das Individuum leugnet und unterdrückt seine Ängste und drosselt dadurch den natürlichen Fluss der Gefühle. Die eigenen Empfindungen bleiben unverstanden und werde nicht bewusst verarbeitet. So brütet der Betroffene eine Angst vor der Angst aus und entwickelt sich allmählich zu einem hypersensiblen Wesen (wie ein ständiges Reiben auf der Haut). Die Angst überschreitet den Schwellenwert des Rationalen, wird konditioniert oder mit allem in Verbindung gebracht, zum Beispiel mit Reisen per Flugzeug, mit Insekten… Es handelt sich um eine Form von Angst, derer kein traumatisches Erlebnis in der Kindheit vorausgegangen ist.

 – Störungen mit Panikattacken: Jegliche dieser Anfälle von Panik bieten die Möglichkeit, sein inneres Tor durchschreiten zu können. Doch wird das eigene Handeln blockiert, anstatt es zum Vorantreiben und Erreichen seiner Ziele einzusetzen. Merkwürdigerweise handelt es sich bei Krisen und Attacken um einen Zustand des erweiterten Bewusstseins, welcher durch die Anpassung des Alkaligehaltes im Körper als Reaktion auf das Verhalten der Person zurückzuführen ist. Die Panik verursacht die Hyperventilation, was für den Körper die Aufnahme von großen Mengen an Sauerstoff bedeutet.  Die Betroffenen sehen sich selbst oft als verrückt an, jedoch nicht die Möglichkeit, aus diesen Ereignissen heraus zu wachsen.

– Zwangsstörungen: Es handelt sich um durchweg organisierte Personen, die versuchen, ihren Befürchtungen zu entfliehen und sie zu verhindern. Sie möchten sich bloß nicht in etwas verändern, was sie nicht sein wollen und verbringt ihren Lebtag mit ständigem sich und die anderen prüfen und bewerten – bis zum verrückt werden.

– Generelle Angststörungen und konstante Besorgnis

– Sozialphobie: Angst vor Menschen zu sprechen, man fühlt sich konstant von der Umgebung abgewertet.

– Entpersönlichung: (Man erkennt sich nicht im Spiegel, emotionale Distanz zu eigenem Abbild)  oder Ent-realisierung (man sieht das Leben wie aus einer Glasflasche).

Unruhe und Ängste sind die Angst vor der Angst.

Wenn man in Angst lebt, hat man sich als Schüler der Schule von Angst und Schuld eingeschrieben. Zwei falsche Lehrer, die uns, auf unseren funktionsgestörten Überzeugungen thronend, Anweisungen geben, und uns in Furcht versetzen.

Bei einer Angststörung ist der erste Gedanke am Morgen “Ich sollte”oder “Ich muss”. Zusammengefasst meint die Angst ein Leben nach “Ich weiß nicht, wohin es geht, aber ich komme zu spät.” Man bleibt an der Oberfläche seiner eigenen Empfindungen, an der Brandung der aufgewühlten Gefühle, denn die Angst erlaubt es uns nicht, weiter in die Tiefe und Ruhe des Ozeans unserer Empfindungen vorzudringen.

Wer in der Angst lebt verweilt in einer Art von imaginären Raum, der zwischen der Gegenwart und der Zukunft existiert und aus vergangenen Impressionen gestrickt wird.

Die auf innere Evolution ausgerichteten Seminarreisen mit Schwerpunkt auf der psychotherapeutischen Anwendung von Ayahuasca erlaubt es, diese selbst blockierenden Überzeugungen uns selbst und dem Leben gegenüber zu deaktivieren. Unser Geist benutzt unbewusst Argumente, welche die Angst nähren und kontrolliert so jeden unserer Schritte. Es ist die lauteste aller Stimmen des Sprechers in unserem Kopf, dem finsteren Teil unseres Geistes, der uns düstere Horizonte ausmalen lässt.

Bei einem Angstzustand ist das Bewusstsein gestört. Nimmt der Betroffene Ayahuasca zu sich, lindert sich sein Zustand und die Symptome lassen nach. Man erkennt den Kern, der hinter dieser Unfähigkeit zu handeln steckt, die zu Frustration und Hoffnungslosigkeit führt. Es ist ein egoistisches Verhalten, da man ständig danach bestrebt ist, jemand anders sein zu wollen. Unser kleines Reich wird üppig dekoriert mit unseren Erfolgen, Errungenschaften, materiellen Gegenständen, Zielen und Versprechungen, die sich aus unserer Vergangenheit nähren und die uns glauben machen wollen, dass wir mehr sind als nur ein kleiner Frankenstein sind, da wir mehr wissen, als wir glauben – und so bemühen wir uns, in dem ständigen Treiben von Verlieren und Probieren aufrecht und stark zu bleiben, und  unser auf Treibsand gegründetes Haus zu retten. Man hält an einem Glauben von einem kreierten Selbst fest, was man nicht ist.

Die Angst ist Symptom einer tiefliegenden Ursache. Viele Personen fragen sich, ob die Einnahme von Ayahuasca ihren Zustand verschlimmert oder die Gefahr einer Attacke besteht. Dies ist nicht der Fall, den Ayahuasca sorgt in erster Linie für innere Ruhe und verleiht dadurch Stärke, der größten aller Ängste begegnen zu können, der Angst vor der Freiheit. Frei nach Soren Kierkegaard, der auf einer Klippe stehend,  seine Empfindungen und den Drang, sich in das Unbekannte zu stürzen, anstatt einen Schritt zurück zu wagen, so ausdrückte: “Die Angst ist das Schwindelgefühl der Freiheit”.  Dir wird schwindelig vor lauter Optionen, die dir offen stehen, aber.. für welche entscheide ich mich? Und was, wenn ich mich falsch entscheide?

Die Einnahme von Ayahuasca führt dir das Leben vor Augen und lädt dich dazu ein, eine neue und differenzierte Einstellung zu entwickeln. Jetzt kannst du endlich frei hüpfen und vertrauen, ohne ständig kontrollieren zu müssen. Menschen, die vertrauen fühlen, verbinden sich mit dieser Urkraft und dem Frieden, welcher uns innewohnt. Am Ende ist es das Vertrauen, welches uns die Dinge und Ereignisse als Geschenk erleben lässt – uns es kann jeden Tag aufs Neue geschehen. Nichtsdestotrotz sind die Personen, die alles kontrollieren wollen, wie eingesperrt in einer Kühlkammer, da Kontrolle einen Angstauslösenden Effekt auf den Organismus hat, vergleichbar mit jeglicher Droge und ihrem selbstzerstörerischen Einfluss auf die eigene Freiheit, die zur existenziellen Klaustrophobie werden kann.

Angst ist alles kontrollieren zu wollen. Wenn du es dir zutraust, den Geist auszuschalten wirst du merken, dass nichts von dem, was dein Kopf dir vorgespielt hat, sich ereignen wird. Die Angst ist wie ein Grenzwert, dessen Überschreitung nötig ist, um Zugang zu deinem inneren Paradies zu finden. Es ist ein Zeichen, welches den Weg weist, als wärst du ein Adler, der das Land aus der Luft durchstreift, der sich nicht vor einer Vogelscheuche in die Flucht treiben lässt, da es für ihn ein Zeichen ist, dass dort Beute auf ihn wartet. Das ist seine bewusste Art der Reflexion. Auch wenn er beim ersten Anblick der Vogelscheuche Angst gespürt hat, so lässt er sich doch von seinem Instinkt, seinem innerer Schatz, leiten. Es wird oft gesagt, dass wir uns vor uns selbst fürchten, aber dem ist nicht so. Die Angst ist vielmehr auf dem begründet, was wir glauben sein zu müssen, denn in Wirklichkeit bist du die personifizierte Form der Liebe. Angst ist der Liebe zu entsagen.

Wenn du dich animiert fühlst, freuen wir uns auf deine Teilnahme in einem unserer zukünftigen Seminare. Es ist wie eine Rückführung, in der du wieder zu der Stimme in deinem Inneren findest, die dir flüstert, dass das Leben mehr ist als nur ein sich vorbereiten auf ein bevorstehendes Leiden ist – diese Stimme hatte also Recht.  Du bist herzlich willkommen derjenige zu sein, der du in deiner Ganzheit bist und das Leben keine Flucht mehr für dich ist, sondern ein Zusammenfinden zu deiner ruhigen, süßen und noblen Essenz. Die Türen sind bereits geöffnet und wir erwarten und begleiten dich auf deinem Weg.…

Sergio Sanz

psicologia@innermastery.es

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4 thoughts on “ANGSTZUSTÄNDE UND KONSTANTE UNRUHE: LEBEN WIE IN DER HÖLLE. Ein Artikel von Sergio Sanz, Verwalter der Ayahuasca International®”

  1. Hallo,

    ich kann nicht bestätigen, dass Ayahuasca immer “diesen Angst-Zustand lindert und für innere Ruhe sorgt” leider GAR NICHT! Denn, während und nach meiner Session habe ich erst gelernt was wirklich Angst überhaupt ist. Ich hatte keine Vorstellung davon, obwohl mir die Angst an der einen oder anderen Stelle meines Lebens schon begegnet ist. Es ist nun anderthalb Jahre her, dass ich Ayahuasca nahm und erst jetzt kann ich sagen, dass es mich gezwungen hat all diesen “Höllen” in mir zu begegnen. Aber nein, ruhig hat es mich erstmal nicht gemacht, im Gegenteil. Aber ich wurde auch nicht von euch betreut. Eine Betreuung danach hätte sehr viel Sinn gemacht, hatte ich aber nicht. Ich stand fast allein da mit all diesen Gefühlen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es richtig war es zu machen! Aber es stimmt nicht, dass Ängste dann direkt weg gehen!
    Eine gute Reise!

    1. Hallo Kaja,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, du hast recht. Die Ängste gehen nicht direkt weg (das wurde vermutlich falsch übersetzt, der Original-Artikel ist auf Spanisch, ich kenne den Autor Sergio persönlich). Es ist immer ein Prozess, der seine Zeit nimmt. Bei manchen Personen lösen sich die Barreren sofort, bei anderen ist es notwendig, zu vertiefen und sich den Problemen hart zu stellen. Man kann sagen, dass die Ayahuasca einem in der Regel das gibt, was gerade nötig ist. Das kann sanft sein, oder etwas rauer.
      Wie du schon angesprochen hast, hast du diese Erfahrung nicht mit uns gehabt. Wir haben uns darauf spezialisiert, die Ayahuasca-Erfahrung psychotherapeutisch zu integrieren, sodass die Person das Ganze so vollständig wie möglich verarbeiten, und das Erlernte so wertvoll wie möglich mittel- und langfristig im Alltag einbauen kann.

      Gruß, Kórque

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