OSHO ÜBER DEN GEBRAUCH VON SUBSTANZEN: HABEN SIE IRGENDEINEN NUTZEN FÜR DEN WEG EINES SPIRITUELL SUCHENDEN?

SOGAR EIN MEISTER WIE OSHO MUSSTE SICH AN DIE GLAUBENSVORSTELLUNGEN UND LIMITIERUNGEN SEINER ZEIT ANPASSEN

Osho vertrat eine klare Position zu diesem Thema, er war weder für noch gegen den Gebrauch von Substanzen, bestritt aber auch nicht ihren Wert. Er war ein großer revolutionärer Meister, der unter den Limitierungen seiner Zeit litt. Glücklicherweise haben sich in den 27 Jahren seit seinem frühen Tod einige Dinge geändert und neue Ressourcen sind jetzt für engagierte Suchende verfügbar.

Am 16. Oktober 1976 beantwortete Osho (damals noch Bhagavan Shree Rajneesh genannt) eine Frage darüber, warum es Frauen nicht gestattet war, an den chassidischen ekstatischen Tänzen und Praktiken teilzunehmen. Hier ist ein Auszug aus seiner Antwort auf diese Frage:

“Viele Menschen beginnen ihren Weg zu Gott, zur Wahrheit, zu Samadhi, weil sie einen gewissen Einblick erlebt haben. Vielleicht durch Drogen, vielleicht durch den sexuellen Orgasmus, vielleicht durch Musik oder gelegentlich durch einen Zufall. Manchmal fällt jemand aus einem Zug, bekommt einen Schlag auf den Kopf und hat eine Vision. Ich schlage nicht vor, dies als Methode zu benutzen! Aber ich weiß, dass dies passiert ist. Ein bestimmtes Zentrum im Kopf wird zufällig getroffen und die Person hat eine Vision, eine Explosion von Licht. Diese Person wird nie mehr dieselbe sein, sie wird jetzt anfangen zu suchen. Dies ist möglich. Das Wahrscheinliche ist nicht mehr wahrscheinlich, es ist möglich geworden. Die Person hat jetzt eine Vorahnung, eine gewisse Verbindung. Sie kann nicht mehr ruhen.

ICH BIN NICHT FÜR DROGEN, ICH BIN NICHT GEGEN DROGEN. ABER TROTZDEM, KANN IN DIESER GEMEINSCHAFT, IN MEINER KOMMUNIE, DER GEBRAUCH VON DROGEN NICHT ERLAUBT SEIN. Die Politiker sind nie sehr intelligent gewesen und man sollte nicht zu viel von ihnen erwarten. In der Tat interessieren sich nur dumme Menschen für Politik. Wenn sie intelligent wären, wären sie nicht in der Politik.

Daher kann die ganze Bewegung nicht für eine gewöhnliche und aktuelle Angelegenheit zerstört werden. Das wäre eine Dummheit. NACH 100 JAHREN WIRD MEINE HALTUNG, DASS DROGEN IM ASHRAM NICHT ERLAUBT WERDEN KÖNNEN, ALS ANTI-REVOLUTIONÄR ANGESEHEN WERDEN. NATÜRLICH WEISS ICH SEHR GENAU, DASS DIES ANTI-REVOLUTIONÄR IST. ICH HALTE DIES HIERMIT FEST.”

Eine außergewöhnliche Aussage eines außergewöhnlichen Meisters, der zugibt, dass er in Bezug auf gewisse Aspekte, nicht so revolutionär sein konnte, wie er es gerne gewesen wäre..Das Wort Droge hat zwei verschiedene Bedeutungen. Laut dem Wörterbuch Duden ist es gleichbedeutend mit “Heilmittel” und kann auch “pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Rohstoff für Medikamente, Stimulanzien oder auch für Rauschgift” bedeuten. Die Art und Weise, wie Osho das Wort Droge benutzt, scheint die erste Bedeutung zu implizieren. Er anerkennt jedoch gleichzeitig, dass nur wenige Leute zwischen den zwei Bedeutungen differenzieren.

Ich habe schon vor langer Zeit Sannyas genommen und regelmässig die Osho Kommune in Indien besucht, wo ich an zahlreichen Meditationen, Therapien und anderen Aktivitäten teilnahm. Ich nahm an Gruppen wie Mystic Rose, Born Again, No Mind, Fresh Beginnings, Pulsation und vielen anderen teil und ich habe auch regelmäßig Meditationen wie die dynamische Meditation, Kundalini, Nadabrahma, No Dimensions, Nataraj usw. praktiziert. Ich bin sehr dankbar für das, was ich in diesen Jahren erlebt habe, Sannyas wurde zum Sinn meines Lebens.

Drogen hatten keinen Platz in meinem Leben, weder in früheren Lebensphasen noch auf meiner spirituellen Suche. Sie waren eine Art Bannfluch. Alle, die sich ernsthaft der spirituellen Arbeit widmeten, lehnten ab, dass es irgendeinen Nutzen in ihrem Gebrauch gibt. Es bestand die Annahme, dass sie nur für Drogenabhängige seien und für diejenigen, die der Realität entfliehen und eine einfache Abkürzung finden wollten. Es gab und gibt immer noch viele Vorurteile über Drogen, die selten in Frage gestellt werden, selbst von Menschen, die versuchen keine Vorurteile zu haben.

Ich hatte diese Ansichten zu meinen eigenen gemacht, ich habe sie nicht in Frage gestellt, obwohl ich mehr als einmal diese Abhandlung von Osho gehört hatte, in der er klar sagte, dass er Drogen nicht verurteilt und sogar in Betracht zieht, dass sie einen Nutzen für spirituell Suchende haben könnten. Nun klammere ich mich nicht mehr an diese Vorurteile. Jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der richtige Gebrauch einiger Substanzen (oder Drogen, abhängig vom gewählten Begriff) zu einer viel tieferen Erfahrung führen kann, als Meditation oder Therapie alleine es bieten können und das Ergebnis einer adäquaten Kombination aller drei ist noch viel mächtiger und tiefgreifender.

Ich schlage nicht vor, dass jeder Drogen nehmen sollte. Auf die gleiche Art wie Osho in seiner Kommune eine breite Palette an Therapien und Meditationen anbot, damit jeder das finden kann, was am besten für ihn geeignet ist, ist die Zeit gekommen, einige Substanzen als wertvolle Ressourcen miteinzubeziehen. Dies ist weit davon entfernt, die Entwicklung einer Sucht zu begünstigen, in der Tat sind diese Substanzen eine große Hilfe für Süchtige, um von ihren Süchte loszukommen.

Es war die logische Konsequenz, dass ich mich im Verlauf mit Inner Mastery International zusammenschloss, einer Organisation, die Retreats der inneren Evolution mit psychotherapeutischem Gebrauch von Ayahuasca, Bufo Alvarius, Kambo und Iboga organisiert. Nach meiner Erfahrung ist Ayahuasca die bedeutendste Substanz, obwohl die anderen auch von großem Wert sind. Ayahuasca induziert eine vorübergehende Bewusstseinserweiterung, was das Gegenteil von dem ist, was Betäubungsmittel tun. Die korrekte Art diese Substanzen zu klassifizieren, ist als Entheogene, welche die Wahrnehmung verbessern, was das genaue Gegenteil der Wirkung von Halluzinogenen ist, welche einfach nur die Wahrnehmung verzerren.

Meine Arbeit als Moderator in den Retreats der inneren Evolution wird durch die Gruppen und Meditationen, die ich in der Osho Kommune und in anderen Osho Zentren gemacht habe, unterstützt und bereichert. Ich finde es wundervoll zu sehen, wie mein Leben sich ausdehnt und entwickelt und es mit vielen anderen Suchenden teilen zu können. Manchmal spüre ich sogar ein wenig Neid, wenn ich sehe, dass ihr Weg flacher und einfacher wird, als er für mich war.

Diese Organisation ist revolutionär auf die Art, wie Osho diesen Begriff verstand. Auch wenn wir uns an einige Einschränkungen halten müssen, die als “anti-revolutionär” erscheinen könnten, besteht der zugrundeliegende Geist darin, diese so schnell wie möglich loszuwerden. Es ist klar, dass wir nicht 100 Jahre darauf gewartet haben, Drogen ihren rechtmäßigen Platz einzuräumen. Drogen heilen uns nicht auf magische Weise oder sorgen für Erleuchtung, aber einige von ihnen sind kostbare Ressourcen, die eine unbezahlbare Hilfe für unsere Wege der Heilung und Evolution bieten.

 

Hugo Oklander (auch bekannt als Satyam Khoji)
[email protected]

 

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