TAUCHGANG IM SEIN – Die Illusion hinter sich lassen, dass sich das Leben an der Oberfläche abspielt. (Laura Torrabadella)

REISE ZUR TRANSFORMATION

Den Sprung wagen – mit der Absicht bis an den Grund zu gelangen.

 

Nur wenige haben es gewagt, das Leben hereinzulassen, zuzulassen, dass es sie durchbohrt und ihr Herz öffnet, damit sie es mutig und entschlossen betreten und in die Tiefen des Seins eindringen können, in denen unsere Essenz lebt. Traust du dich einzutreten?

 

Ich habe immer gedacht, dass die schönsten Tauchgänge diejenigen sind, bei denen man weniger als sechs Meter in die Tiefe geht. Dort findet man die ganze Vielfalt des Meereslebens, die Farben, die Bewegung, das Abenteuer und man hat die Sicherheit zu wissen, dass man in weniger als sechs Metern zur Oberfläche zurückkehren kann, ohne das Risiko einzugehen, zu weit gegangen zu sein und ohne Vorsichtsmaßnahmen einhalten zu müssen, um zur bekannten Außenwelt zurückzukehren. Man kann einfach rein und wieder raus, runtertauchen und wieder nach oben kommen.

Aber in Wirklichkeit gibt es noch viel mehr zu entdecken. Ab einer Tiefe von 18 Metern reduzieren sich die Farben, die Stille wird ewig, sie wird spürbar, die Atmung verändert sich, man kann sie in den eigenen Eingeweiden hören und die Stille nimmt dich in ihrer Traumwelt gefangen. Zwischen der Oberfläche und dir selbst befindet sich der Tod, tausend Tode des ganzen Lebens, welche man mehr und mehr hinter sich lässt, je weiter man in die gewaltigen Tiefen des Ozeans herabtaucht.

Dies ist ein Vergleich mit dem, was uns im Leben selbst widerfährt: Die Möglichkeit an einem Ort zu bleiben, der uns tief erscheint, aber es nicht ist, wodurch uns jedoch das wunderbare entheogene Gefühl entgeht, das Ende zu erreichen.

Was passiert, wenn wir noch tiefer gehen als diese 18 Meter, an einen Ort, von dem aus das Auftauchen nur noch mit völligem und absolutem Bewusstsein stattfinden kann? Was finden vor wir an diesem Ort zwischen allem und nichts, wenn wir den Grund immer noch nicht sehen und die Oberfläche so weit von der Realität der Gegenwart entfernt ist?

Die Leere. In diesem Raum der Stille, in dem alles Bekannte weit weg ist und alles Neue noch nicht eingetroffen ist, finden wir das kostbare Geschenk der Leere.

Die Leere des Unentdeckten.

Die Leere des Mysteriums.

Die Leere des Unbekannten, pulsierend mit seinen unendlichen Möglichkeiten.

Die Leere der makellosen weißen Leinwand, in der alles und nichts zusammenfließt und zum Klang derselben Geschichte tanzt.

In den ersten sechs Metern kann man einen schönen, erlebnisreichen und touristischen Besuch machen. Aber wenn man die 18-Meter-Marke überschreitet, beginnt man mit der Leere des Lebens zu verschmelzen. Eine Verbindung mit dem Nichts, das genauso in mir lebt wie in der Existenz.

 

DIE EWIGE REISE DES SEINS.

Das ist der Tauchgang im eigenen Sein. Eine Reise ins Unbekannte, bei welcher der einzige Pass das Vertrauen ist, das einzige Ziel das Mysterium und es kein anderes Transportmittel gibt als dein eigenes Herz, dein Geist, deine Essenz, welche darum kämpft, sich von all dem zu befreien, was nicht mehr in der Frequenz der Liebe schwingt.

Wenn du diese Worte liest, könnte es den Anschein machen, dass das Ziel ein Ort ist, für den man sich entscheidet, eine Destination, die man freiwillig wählt, so wie jemand der bestimmt wo ein Flugzeug landen soll. Es gibt verschiedene Ziele, aber nur eines ist das Ziel des Seins. Das Ziel, nach dem sich beinahe alle ausrichten, ist das Ziel der Konditionierung dessen, was wir von unseren Eltern und unserer Umgebung erhalten und nicht erhalten haben, geleitet von Akzeptanz und Ablehnung, gefangen in der Dualität. Ein Ziel, bei dem wir immer noch denken, dass wir entscheiden können, ein Ziel, bei dem wir den Abfahrts- und Ankunftshafen kontrollieren wollen.

Das Ziel, zu dem dich das Mysterium des Lebens führt, ist ein anderes. Ein Ziel, bei dem DU frei bist vom Gefängnis, sich entscheiden zu müssen. Bei dem DU die Gelegenheit hast, dich von all deinen Vorstellungen, wie die Dinge geschehen sollten, zu befreien, bei dem DU dich von allen Ergebnissen, welche DU geleitet von Schuld und Angst angestrebt hast, zu lösen. Denn DU bist nicht dein Sein, DU bist alles was du zu sein glaubtest.

Bei diesem Ziel musst du dich nur fallen lassen, nur zulassen, dass der von der Existenz gesäte Samen die gesamte Fülle der Schöpfung empfängt. Es bedeutet im Fluss des Vertrauens zu fließen, es bedeutet das Ziel zu leben, welches du bereits zum Zeitpunkt deiner Geburt erreicht hattest. Es bedeutet zum Ursprung zurückzukehren.

Viele versuchen, sich von ihren Fesseln zu befreien, aber sie möchten, dass dies auf ihre eigene Weise geschieht und ihren Rhythmus, ihren Moment respektiert. Wenige haben angesichts der Unsicherheit den Mut zu sagen: „Es soll nichts mehr übrigbleiben.“ Es soll nichts mehr in mir übrigbleiben, von dem, wie ich mich bisher gekannt habe. Es soll nichts mehr da sein, was nicht bleiben muss. Dass man dem Leben die Entscheidung übergibt, was gehen muss und was noch übrigbleibt. Du wirst weder den Weg noch den Moment noch den Rhythmus oder die Konsequenzen entscheiden.

Man kann nicht wissen, wann der Zeitpunkt kommt, der die Möglichkeit bietet, sich von dem zu befreien, was nicht ist. Man kann nicht wissen, in welcher Form dies geschehen wird und man kann nicht wissen, ob es schmerzhaft oder angenehm sein wird, denn man kann nicht wissen, wo das ICH in tausend Stücke explodieren wird, Splitter, die nie wieder auf die gleiche Weise zusammengefügt werden können.

Für diejenigen, die einen Heilungsvertrag unterschrieben haben, für diejenigen, die bereits die Fahrkarte in Richtung innere Evolution gekauft haben, ist die zweideutig schlechte Nachricht, dass der Zeitpunkt kommen wird.

Verbesserung ist nicht mehr genug, bloße Veränderung bleibt etwas Operatives, etwas Anekdotisches. Angesichts des Höhepunkts, in dem alles durch die Luft fliegt, kann man sich nur fallen lassen. Öffne den Fallschirm nicht, suche nicht nach dem Sicherheitsnetz. Jede vorbeugende Maßnahme, die du ergreifst, birgt das Risiko, das Unvermeidliche hinauszuschieben: Deine eigene Transformation, die Rückkehr zum Ursprung deiner Essenz, dessen, was du immer warst und vergessen hast. Der Fall ist die Wiederverbindung mit deiner eigenen göttlichen Natur. Genieße es, trotz Schwindel und Benommenheit.

Dein Sein beginnt eine ewige Reise, eine Rückreise, eine Reise, die unweigerlich ihr Ziel erreichen wird. Man kann nichts tun, um dies aufzuhalten, man kann es nur künstlich aufschieben, mit viel Mühe, mit viel Selbsttäuschung und Widerstand.

Nur wenige haben es gewagt, in den Fluss des Lebens zu springen, weshalb viele nicht in der Lage sein werden, den Ozean der Ewigkeit zu erreichen. Im Fluss befindet sich der Lärm, das Fließen, die Bewegung. Im Ozean befindet sich die Tiefe der Stille, der Ruhe, des Nichts. Die Reise führt von der Enge und Begrenzung des Flusses zur Weite des Ozeans.

„Leben, ich dachte immer, dass du mit gleicher Weisheit gibst und nimmst. Aber jetzt habe ich erkannt und weiß, dass du nur GEBEN kannst, dass deine eigene Essenz es dir nicht erlaubt, etwas anderes zu tun, als mir alles zu geben, was ich brauche, in jedem Moment.

Jetzt kann ich nur noch zurückgeben.“

Laura Torrabadella

retiros@innermastery.es

 

 

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top