WIE LANGE DAUERT DEIN WOHLBEFINDEN? Der menschliche Virus der seelischen Bipolarität.

DIE ACHTERBAHN DER GEMÜTSZUSTÄNDE

Adrenalin für Auf und Ab, oder Langeweile, immer gleich zu sein?

Wenn du dich gut fühlst, ist es möglich, dass du dich in deinem Inneren darauf vorbereitest, dich schlecht zu fühlen, oder wenn du dich schlecht fühlst, ist es möglich, dass du dich in Wirklichkeit darauf vorbereitest, dich gut zu fühlen. Sich gut fühlen oder sich schlecht fühlen sind genaugenommen nicht zwei Gemütszustände, sondern zwei Zustände der gleichen mentalen Strategie. Dies sind mehr oder weniger kurze oder vorübergehende Momente im Leben der Menschen, die sich nicht gut mit sich selbst fühlen.

Wenn sich unsere Dinge auf zyklische Weise verbessern und verschlechtern, stehen wir vor einer Modalität des Lebenswegs, die ich “die Achterbahn” der Gemütszustände nenne. Es handelt sich um eine Psychopathologie, genannt Bipolarität oder manisch-depressives Syndrom, an welchem gemäß meiner Beobachtung fast alle Menschen leiden, die ich bisher kennengelernt habe. Nur sehr wenige sind stabilisiert oder haben einen sanften Verlauf ohne ständiges Auf und Ab, und die Mehrheit von ihnen deshalb, weil sie psychiatrisch mit Arzneimitteln behandelt werden oder jeden Tag Marihuana rauchen. D.h., um einen mehr oder weniger stabilen Gemütszustand aufrechterhalten zu können, ist es notwendig, den Organismus chemisch zu modifizieren, da sonst die Notwendigkeit nach Intensität und abrupten Änderungen sprunghaft steigt, oder dass per Adrenalin die inneren wahrgenommenen Gefühle in Bewegung kommen, was wiederum den Verstand in brüske und unausgeglichene Bewegungen bringt, und damit jegliche Person quält. Aus diesem Grund greifen wir auf chemisch stabilisierende Mittel zurück, die uns anpassungsfähig machen und uns betäuben, anstelle zu heilen oder das Problem zu lösen. Das ist der Zustand der chemischen und emotionellen Schläfrigkeit, in dem so viele Leute leben.

Doch werden wir angesichts einer so langweiligen Realität nicht nur durch die chemische Modifikation in einem schläfrigen Zustand gehalten, ebenso hat man festgestellt, dass die Routine, das Studium, die Arbeit, die feste Stundenplanung, die Ordnung und die immer mit Aktivitäten gefüllte Agenda, verschiedene Mittel sind, die uns helfen, nicht in diese Räume der Unzufriedenheit oder tiefer Reflexion über den realen Zustand einzutreten, in dem sich eine Person befindet. Diese Organisation von Zeiten und Aufgaben agiert wie Zerstreuungselemente in der Realität, die erlebt wird. Doch darüberhinaus existieren zusätzliche Werkzeuge für komplexere Fälle oder kompliziertere Momente, wie z.B.: Fernsehen, Rauchen, Drogen nehmen, sich Betrinken, Reisen ohne Ende, ständig die Arbeit, den Partner oder Wohnort wechseln, und viele andere Mittel, um die gesamte Zeit auszufüllen und die maximal mögliche Menge an täglicher Energie zu bewegen, damit nicht aus Versehen ein Moment geschieht, in dem man sich mit sich selbst trifft, denn dies wäre ja mehr oder weniger tragisch für jede Person, je nach dem Grad an Unzufriedenheit, die sie in Bezug auf sich selbst oder das Leben hat. Die grundlegende Frage ist, sich nicht des realen Zustands bewusst zu werden, in dem man lebt, deshalb heißt es, abgelenkt, belegt oder entfremdet zu leben.

Hinter jeder Sucht steckt ein bipolares Spiel, und hinter jedem bipolaren Spiel steckt eine süchtig machende Struktur. Hinter jeder Depression steckt eine Ausflucht, und hinter jeder Ausflucht steckt irgendeine Art durch einen Übermaß an Normalität hervorgerufenen Wahnsinns.

Für viele Personen hat sich das Leben in eine authentische Vorbereitung verwandelt, basierend auf dem Versuch, sich schlecht zu fühlen, um sich dann besser zu fühlen, oder eine Vorbereitung basierend auf einem Wohlbefinden, um sich dann schlechter zu fühlen. Worin besteht die Anziehung? Hochkommen oder Runterkommen? Oder beides? Hochkommen, um runterzukommen oder runterkommen, um hochzukommen? Es sind verschiedene Arten von Spielen, die wir Menschen spielen angesichts des Unglücks, an eine Umgebung, eine Gesellschaft oder eine Normalität ANGEPASST worden zu sein, die von uns fordert, gewöhnlich und durchschnittlich zu sein, um im System integriert zu sein.

Am höchsten Gipfel oder im tiefsten Tal zu sein, kann so attraktiv wie süchtig machend sein. In beiden Extremen würden wir gerne für immer bleiben, und wir gewöhnen uns so sehr daran, dass wir uns dann später nicht mehr ändern wollen.

Wenn jemand unten in der Depression oder einem Angstzustand ist, ist es einfacher, für immer dort zu verbleiben als auf einem Höhepunkt, da ein bestimmtes Niveau an Wohlbefinden nur schwerlich länger beibehalten werden kann und somit früher oder später irgendeine begründete oder erfundene Ursache erscheint, um wieder herunterzukommen. Der Grund hierfür ist, dass das System von Ausflucht oder Ersatz, das diese Achterbahn bietet, beim Anstieg weder authentisch ist noch wirkliche und tiefgehende Befriedigung im Individuum generiert. Es dient lediglich, um einen Moment von Höhenrausch und totaler Hingabe an das hier und jetzt zu schaffen.

Auch die Spiritualität entgeht dieser Pathologie nicht, da sie als Erzeugerin von erweiterten Bewusstseinszuständen die obere Polarität repräsentiert, welche psychisches Wohlbefinden, universelles Bewusstsein, Verständnis komplexer Themen und transzendentale Haltung verschafft, wohingegen der Materialismus das neurotische Extrem repräsentiert, welches verschiedene Zustände niedriger Vibration generiert, wie Lebensangst, Depression, Stress, Angstzustände, Obsessionen, Habgier, Süchte etc.

Innerhalb dieses Kontexts sehe ich die Psychose und die Neurose nicht wie mentale Krankheiten, sondern eher wie die beiden Extrempunkte des gleichen Verlaufs eines unbefriedigenden Lebens, das wir führen. Sich leichtfertig von der Realität abzukapseln oder sich obsessiv in sie zu vertiefen, sind zwei Zustände des gleiches Verstands, der sich nicht wohlfühlt mit dem Leben so wie es sich präsentiert. Die Natur des Ichs ist konflikthaft, kontrovers und problematisch, weshalb es in der Beschwerde und dem Gefühl der Unvollkommenheit lebt; der Verstand sieht, dass etwas fehlt, dass nichts vollständig ist, dass die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten oder niemals sein werden, wie sie sein sollten. Angesichts derartigen internen Drucks wählt er, sich im Abgrund der Depression zu versenken, um dann an den Gipfel der Überschwänglichkeit aufzusteigen, oder um in der Sicherheit, der Passivität und dem scheinbarem Frieden zu verbleiben, den das Tal der Lebensangst bietet.

Als Ausgleich zu dieser Neigung nach unten gibt es jene, die auf obsessive Weise Gipfelerfahrungen suchen, und sogar oben verbleiben wollen, in Zuständen der Erleuchtung, höchster Liebe, kosmischer Verbindung und Öffnung des Herzens, also das, was mehr oder weniger alle Arten von Spiritualität anbieten, die ich kennengelernt habe. Im Grunde haben jene, die so wacker das Licht suchen, die gleiche Absicht wie jene, die versuchen, in der Dunkelheit unterzutauchen. Welche tatsächliche Absicht im Hintergrund lenkt diese menschliche Achterbahn?

Alberto José Varela

 

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